Donnerstag, 13. Dezember 2012

Geschenkezeit!!!! - {DIY}

Jawohl, es ist kurz vor Weihnachten, der Adventskalender ist schon zur Hälfte leer. Höchste Zeit, die Geschenke zu besorgen!
Und jedes Jahr gibt es da Leute, bei denen man einfach keine gute Idee hat. Die haben irgendwie schon alles. Oder brauchen nix.
Für solche Fälle hab ich heute mal ein Geschenk für EUCH, meine Lieben: Eine original Bücherwurm-für-Leute-die-schon-alles-haben-Geschenkidee. Und zwar ein Lesekissen.

Das ist eines dieser Dinge, die die Welt eigentlich nicht braucht, die sie aber ein bisschen schöner und in diesem Fall vor allem bequemer machen. Keine müden Arme mehr beim Schmökern im Bett, keine Eselsohren mehr in den Lieblingen, weil man auf dem Sofa irgendwie eine Stütze fürs Buch gebraucht hat ...
Und dann auch noch selbstgemacht!

Ihr braucht:
  • ca 50 cm Popeline oder anderen glatten Stoff
  • Klettverschluss zum Annähen, ca. 30 cm.
  • Gummiband, 1-2 cm breit, ca 50 cm
  • Satinband, ca 30 cm
  • Styroporkügelchen o.ä., Sitzsack- oder Stillkissenfüllung, ca. 3 Liter
  • dünne Pappe (z.B. die Rückseite eines Blocks)

Als erstes müsst ihr euch das Schnittmuster für die Basis, das Kissen, erstellen:
Dazu zeichnet ihr auf ein weißes Blatt Papier eine Linie (hier die grüne), die etwa 7 cm länger sein sollte als das Buchformat, das ihr am liebsten lest. Ein guter Anhaltspunkt sind 30 cm.
In der Mitte dieser Linie zieht ihr nun im rechten Winkel eine Linie (hier die rote), die halb so lang ist wie die grüne.
Und nun die Eckpunkte der Linien so verbinden, dass eine mandelartige Form entsteht.
Schneidet die Form aus dem Papier aus und dann vier Mal aus eurem Stoff (mit Nahtzugabe!)

Nun kommt das Schnittmuster für die Buchhülle, die nachher am Kissen befestigt wird:
Messt das dickste Buch aus eurer Sammlung aus, und zwar den gesamten Umschlag, inklusive Rücken. In meinem Fall ergibt das 37 cm in der Länge und 22 cm in der Breite.
Daraus ergibt sich die Größe des Stoffstreifens, den ihr für die Buchhülle braucht:
(Länge plus 2 cm) mal 2 ist die Länge des Streifens
(Breite plus 2 cm) ist die Breite des Streifens.
In meinem Fall also 78 cm lang und 24 cm breit.

Nun könnt ihr das Befestigungsmaterial anpassen:
Der Flausch des Klettverschlusses muss so lang sein wie die grüne Linie auf eurem Ellipsen-Schnittmuster.
Der Haken des Klettverschlusses muss so lang sein, wie eure Stoffstreifen breit ist.
Das Gummiband muss in zwei Stücke geschnitten werden, jedes etwas länger, als der Stoffstreifen breit ist.
Das Satinband sollte 5-10 cm länger sein, als der Stoffstreifen breit ist.

So sollte eure Materialsammlung nun aussehen:

Ein Stoffstreifen, 78*24 cm.
Vier Stoffellipsen, 30 cm hoch, 15 cm breit
Klettverschluss: Flausch 30 cm, Haken 24 cm
Zwei Gummibänder, je 28 cm
Satinband, 30 cm.

Jetzt geht es ans Nähen. Wir beginnen mit der Buchhülle:
Zuerst legt ihr den Stoffstreifen hälftig aufeinander und bügelt den Kniff. Auf diese Linie auf die rechte Stoffseite den Haken vom Klettverschluss aufnähen; am oberen Rand des Stoffstreifens das Satinband so mitfassen, dass es vom Stoff wegläuft.
Anschließend legt ihr den Stoffstreifen ausgebreitet mit der rechten Stoffseite nach oben hin. Jetzt legt ihr die beiden Ränder zur Mitte hin, sodass sie sich über dem Klettverschluss treffen. Die Ränder ca. 1 cm zurückklappen.
Die Gummibänder auf beiden Seiten jeweils ca. 5 cm vom Falz entfernt zwischen die Stofflagen legen (wie ihr an der Naht seht, ist mir das hier zu spät eingefallen ...). Dabei darauf achten, dass sich nichts verdreht!

Jetzt an beiden langen Seiten absteppen. Dabei werden die Gummibänder mitgefasst. Vorsicht: Nicht das Satinband irgendwo mitfassen!
Die Ecken abschrägen, die Buchhülle wenden. Die Ecken gut ausformen und bügeln. Die Gummibänder liegen auf der Innenseite, also da, wo die offenen Ränder sind:
Jetzt kommt die Pappe zum Einsatz. Sie dient dazu, die Buchhülle zu verstärken. Ich nehme gern die Rückseite eines Schreibblocks. Man könnte aber sicher auch Schabracken-Einlage oder Ähnliches nehmen.
Schneidet die Pappe in zwei Stücke, die etwas schmaler sind als die Buchhüllen-Breite und gut 3 cm kürzer als die halbe Buchhüllen-Länge.
Nun schiebt ihr die Pappestücke links und rechts in die Hülle:
Um ein Herausrutschen der Pappe zu verhindert, wird nun, wenn die Pappe ganz drin ist, noch einmal neben der Pappe abgesteppt. Ich steppe dabei auch die Kanten oben und unten am Buchhüllen-Rücken ab, damit es von außen sauberer aussieht.
In der Vergrößerung sieht man die schwarze Naht.
Jetzt ist die Hülle fertig, und man kann schon mal das Buch hineinstecken, indem man die Buchdeckel unter die Gummibänder schiebt. Das Satinband kann als Lesezeichen benutzt werden.




Und nun zum Stützkissen:
Zuerst näht ihr den Klettverschluss-Flausch auf eine der Stoff-Ellipsen:



Jetzt immer zwei Stoff-Ellipsen rechts auf rechts legen und an einer Kante zusammennähen. Dabei darauf achten, dass die Nähte in der Mitte der Ellipsen beginnen!
Jetzt sind es zwei Teile.
Diese werden jeweils zur Hälfte aufgeklappt ...

... und dann ebenfalls rechts auf rechts aufeinander gelegt und an der einlagigen Seite ebenfalls zusammengenäht. Hier darauf achten, dass die Anfänge der Nähte genau zusammentreffen:
Jetzt ist es schon fast ein Ball:
Die beiden letzten offenen Kanten aufeinander legen und zusammensteppen. Dabei in der Mitte der Rundung eine Wende- und Füllöffnung lassen:

Die Kissenhülle wenden.

Jetzt geht es ans Füllen. Da ich das mit den Styroporkügelchen extrem fummelig finde, behelfe ich mir gerne mit einem selbstgebastelten Trichter. Dazu steckt man einen Gefrierbeutel durch eine leere Klorolle...

... schneidet den Beutel unten auf, schlägt ihn um und befestigt ihn mit Klebeband an der Klorolle:
Diese Konstruktion kann man nun durch die Füllöffnung stecken und in den Beutel fröhlich Kügelchen schütten. Man muss ein bisschen schütteln und eventuell mit einem Stift oder ähnlichem nachhelfen, aber so kommen die Kügelchen nahezu unfallfrei in die Hülle.
Vorsicht: Man darf die Hülle nicht zu prall füllen. Sie muss noch "knautschbar" sind, damit man das Kissen als Stütze auch anpassen kann. Wenn es sich gut anfüllt (etwa ein Drittel sollte noch Luft sein), die Wendeöffnung mit einem Matratzenstich schließen.
Jetzt ist das Kissen fertig, man sieht, dass es noch gut in Form geknautscht werden kann.
Jetzt einfach die Buchhülle per Klett an das Kissen andocken ...

... Buch an der letzten gelesenen Stelle aufklappen, Kissen zurechtknautschen - und LESEN!


Viel Spaß beim Nachnähen - und natürlich beim Lesen!

Kommentare:

Irina hat gesagt…

Oh was für eine tolle Idee, die find ich klasse!!!! Das ist doch ein "must-have" für jeden Bücherwurm!

Knutschi

Muddi hat gesagt…

Wie cool ist das denn jetzt bitte?!?! HABEN WOLLEN! Klasse, ich glaube, ich hab grad ein Weihnachtsgeschenk für die SchwieMu. ;o) DANKE!!

Liebe Grüße
Sarah

Muddi hat gesagt…

Außerdem mag ich auch so einen tollen Bügelbrettbezug haben. *schmoll*

Mademoiselle Pfingstspatz... hat gesagt…

Großartig! Klasse Idee!
Ach, von mir aus könnte der Adventskalender nochmal von vorne anfangen....:D

Liebste Grüße!

Mlle Pfingstspatz

Paula hat gesagt…

Und ich, ich hab schon eins. Nänänänänänäääääh, wie die Liese in solchen Fällen aktuell gern sagt. Der Ball wird mir allerdings laufend von meinen Kindern geklaut und dann seh ich ihn wochenlang nicht wieder *schmoll*

3 Liter Kügelchen braucht man? Nun, dann kann ich ja vielevieleviele davon machen, näch *ko*

Sieht auch in dem grün toll aus. Ist einfach toll. Wird hier sehr geliebt.

druetken hat gesagt…

Wie cool!!!

Vielen Dank für die tolle Anleitung!!!

Ganz liebe Grüße,Doris!

Susi hat gesagt…

Eine total geniale Idee!!! Das wär was für meine Mama!! Allerdings dann zum Valentinstag! Weihnachten gibbet ja nüscht!

LG
Susi

PS: Ich musste direkt dran denken, dass Frau Paula wohl ca. 3245 solcher Kissen machen könnte!! *gacker*

Paula hat gesagt…

Susi, das stimmt nicht. Ich könnte höchstens circa 130 Stück herstellen. Aber nur, wenn ich sonst nichts damit fülle und auch nichts abgebe. Trotzdem ist das ziemlich viel Gekugel... ich nehm die Reste mit in den Urlaub im Mai ;o)